Atelierhaus Dachauer Straße e.V.

Atelierhaus Dachauer Straße e.V.
Dachauer Straße 110 g • 80636 München
www.atelierhausdachauerstrasse.de
info@atelierhausdachauerstrasse.de

Kunst braucht Standort – München braucht lebendige Kultur

Angebot an die Stadt München
Rettung des Atelierhauses durch Erwerb auf Erbbaurechtbasis

Das Areal zwischen Dachauer- und Schwere-Reiter-Straße ist eines der letzten innerstädtischen „Reservate“, das vorwiegend von Künstlern und anderen Kreativen genutzt wird. Auf ihm befindet sich das Atelierhaus für Bildende Künstler, mit weiteren Hallen und Gebäuden für Pathos-Transport-Theater und Tanz-Performance-Musik „Schwere Reiter“. Diese künstlerisch genutzten Gebäude sollen zugunsten einer Neubebauung abgerissen werden.

Eine vom Verein Atelierhaus Dachauer Straße e.V. inizierte Podiumsdiskussion, am 24. März 2011, thematisierte die Problematik mit den eingeladenen Gästen (Kulturreferent Dr. Küppers, Prof. Dr. Berking, Dieter Janecek, Dr. Ingrid Krau, Susanne Ritter, Florian Rötzer, Prof. Wolfrum und Franz Kotteder als Moderator). Die Podiumsdiskussion gab einen Einblick in die Situation des Geländes Dachauer Straße und erörterte einige Vorstellungen, was aus diesem Gelände für die Münchener Kultur und als attraktiver Ort für das Stadtleben gemacht werden könnte.

Dabei war der Standort Atelierhaus für Bildende Künstler ein wichtiger Diskussionspunkt. In München ist es für Künstler angesichts der beständig steigenden Mietpreise praktisch unmöglich geworden, Alternativen zu finden.

Aus diesen Überlegungen heraus entstand eine konkrete Vorstellung der KünstlerInnen des Atelierhauses, wie das Atelierhaus erhalten werden könnte. Einmal bildet das Atelierhaus mit dem geplanten Ausbau der Tonnen- und Jutierhalle als Kreativquartier ein gewachsenes Ensemble. Ein gewachsener Ort mit dem eindrucksvollen unter Ensemble- u. Denkmalschutz stehenden Tonnen- und Jutierhalle und dem gegenüberliegenden Atelierhaus lässt sich nicht wieder herbeibauen, wenn er einmal abgerissen ist. Das Atelierhaus Dachauer Straße ist, neben dem Atelierhaus Klenze-/Baumstraße, das zweite und letzte innerstädtische Atelierhaus in München. Für das Entstehen eines kulturzentrierten Stadtviertels ist das Atelierhaus für das städtische Leben Münchens ganz ohne Zweifel ein sehr großer Gewinn.

Das Atelierhaus ist in einem guten baulichen Zustand, ist in seiner Tauglichkeit bereits über fast zwei Jahrzehnte als Arbeitsort für bildende Künstler erprobt und das Gebäude bietet mit seinen hohen Räumen und hohen großen Fenstern geradezu eine ideale Voraussetzung für MalerInnen (Raumverdunstung, Raumlichtverteilung), was mit einem Neubau, wegen der zu erwartenden hohen Kosten vermutlich nicht mehr zu realisieren wäre.

Die KünstlerInnen haben hier während zwei Jahrzehnten eine etablierte Szene geschaffen, die das Areal atmosphärisch mit geprägt hat. Dies wäre über eine „Neubesiedelung“ der Tonnen- und Jutierhalle erst einmal nicht herstellbar. Die vorhandene gewachsene Struktur könnte sozusagen in das entstehende Kreativquartier „hinüberwuchern“.

Das Atelierhaus verfügt im 1. und 2. Stock jeweils über 13 Ateliers, die in ihrer Größe und Funktion so erhalten werden sollen. Das frei werdende Erdgeschoß soll ausgebaut und vermietet werden. Es soll ein „offenes Atelier“ mit künstlerischer Betreuung für Erwachsene und Kinder/Jugendliche, eine „offene Druckwerkstatt“, einen Ausstellungsraum, 3 Bildhauerateliers, zwei Gastateliers, sowie ein Cafe/Bistro mit Galerie aufnehmen. Dabei ist an eine Kooperation mit der VHS und dem Bezirksausschuss,  Einbezug der neuen Bewohner des entstehenden Viertels,  sowie mit anderen Kunsteinrichtungen (Theater, anderen städtischen Atelierhäusern) gedacht.

Die Erträge, die über die Vermietung des Erdgeschosses eingebracht werden, unterstützen die Finanzierung des Hauses und sollen dazu beitragen, das Angebot nach außen zu stärken. Für das neu entstehende Wohnviertel könnte dies ein Ort zum „Kunst schauen“, „Kunst machen“ und zur Kommunikation werden.

Bei der Besetzung der KünstlerInnen  ist an eine Mischung aus jüngeren und älteren KünstlerInnen (Generationenaustausch) gedacht. Gerade für ältere KünstlerInnen ist es in München sehr schwer bis unmöglich geworden, ein bezahlbares Atelier als festen Standort anzumieten und nicht zu fortwährenden Umzügen mit der damit einhergehenden Unsicherheit gezwungen zu sein (wie z.B. die 5 Jahres-Regelung bei städt. Ateliers). Im Zuge der Alterung der Gesellschaft – auch Künstler werden mehr und älter! – kann das Atelierhaus eine städtische Plattform dafür schaffen. Gedacht ist, einen Anteil von 60 % Künstler ab 40 Jahren mit 40 % Jüngeren zu mischen. Jüngere Künstler sind in der Regel flexibler unterwegs, was die Wohnortfindung anbelangt. Es sollen Künstler aufgenommen werden, die aktiv und professionell arbeiten, in der Münchner Kunstszene verankert sind und die notwendigen finanziellen Aufwendungen leisten können. Dazu eine Bemerkung von Prof. Berking auf der Podiumsdiskussion zur Entwicklung in München: „In München darf man als Künstler nicht über 40 werden!“

Die KünstlerInnen des Atelierhausvereins tragen an die Stadt München nun folgenden Vorschlag heran:

  • Die Stadt München überlässt das Atelierhaus, d.h. das Grundstück auf dem das Atelierhaus steht, dem Atelierhausverein im Erbbaurecht für mindestens 50 Jahre.
  • Das Haus wird dem Verein zu einem symbolischen Preis von z.B. € 1.-  überlassen (bei einem Abriss würden hohe Kosten für einen Abbruch entstehen).
  • Alle anfallenden und entstehenden Kosten tragen die ErwerberInnen des Hauses, die das Haus dann als „Untergenossenschaft“ des Kunstwohnwerks führen würden.

Ein ausführlicher Kostenplan, der unsere Vorstellungen finanziell erläutert, liegt bei, ebenso eine Kurzbewertung des Atelierhauses.

Wir bitten die Stadt München, vertreten durch den Oberbürgermeister Herrn Ude, den Kulturreferenten Dr. Küppers, sowie einen Vertreter der einzelnen Stadtratsfraktionen um einen Termin, um unseren Vorschlag zu erörtern. Wir würden uns natürlich sehr freuen, wenn die Stadt München unser Vorhaben unterstützen würde und erwarten Ihre Antwort

Text: Sara Rogenhofer

Mit freundlichen Grüßen

Sara Rogenhofer Dieter Villinger Luise Ramsauer

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